Neuer Gesellschafter, dieselben Fragen am Regal
von Reiner Graul
Seit dem 19. Dezember 2024 hat die Bormann & Gordon Unternehmensberatung GmbH einen neuen Gesellschafter. Die management consult Dr. Eisele & Dr. Noll GmbH hat sämtliche Anteile übernommen. Für alle, die mit uns Zweitplatzierungen testen, Sortimente bewerten oder das Apothekenpanel lesen, zählt vor allem eine Frage: Was heißt das für die Arbeit am Regal?
Was seit Dezember gilt
Käuferin ist die management consult Dr. Eisele & Dr. Noll GmbH, ein Unternehmen der mac Holding GmbH mit Rhein Invest im Hintergrund. Sie hält seit dem 19. Dezember 2024 sämtliche Anteile an Bormann & Gordon. Erklärtes Ziel der Gruppe ist der Aufbau einer führenden deutschen Marktforschungsgruppe. Bormann & Gordon ist dort die dritte Beteiligung aus der Marktforschung.
Die Führung bleibt in bekannter Hand. Reiner Graul leitet das Haus bis Ende 2026 als Geschäftsführer und verantwortet die Integration in die Gruppe. Er arbeitet seit 1999 im Unternehmen, das Rüdiger Bormann 1972 gegründet hat. Der Sitz bleibt Bad Homburg, das Team bleibt zusammen, und bundesweit sind weiterhin rund 120 Personen direkt am POS für uns unterwegs.
Die Methode ist das Kapital
Ein Institut lebt von der Vergleichbarkeit seiner Daten. Genau deshalb bleibt im Handwerk alles so, wie unsere Auftraggeber es kennen.
Der kontrollierte Markttest läuft weiter nach demselben Design: Nullmessung, Testgeschäfte gegen Kontrollgruppe, wöchentliche Kontrollbesuche im Markt, Auswertung über Scannerdaten. Die POS-Erhebungen bleiben bei rund 30.000 Geschäftsbesuchen im Jahr, mit denen wir Out-of-Stock, Kontaktstrecken und die Umsetzung von Aktionen messen. Der B&G Shopper Monitor Tankstelle befragt seit 2004 jährlich rund 2.500 Shopper direkt am POS. Der POS Monitor Apotheke erhebt seit 2008 viermal im Jahr in einem festen Panel und arbeitet seit 2022 mit Image Recognition. SPOTR, unser Zweitplatzierungstracking mit POSpulse, liefert seit Januar 2022 fotobasierte Ergebnisse in ein Dashboard, das in Echtzeit mitwächst.
Diese Kontinuität hat einen handfesten Grund. Eine Zeitreihe trägt so lange, wie Erhebungsdesign und Feldorganisation stabil bleiben. Wer heute wissen will, wie sich die Erwartungen seiner Shopper über die Jahre verschoben haben, bekommt diese Antwort aus einer Reihe, die unterwegs unverändert geblieben ist. Genau diese Reihen sind der Grund, warum Kunden seit Jahrzehnten mit uns arbeiten.
Was an Reichweite dazukommt
Der neue Gesellschafterkreis öffnet den Zugriff auf die Ressourcen einer größeren Marktforschungsgruppe. Für die Projekte heißt das vor allem dreierlei: mehr Kapazität in der digitalen Konsumenteninteraktion, mehr Tempo in der Datenanalyse bis hin zu Auswertungen nahezu in Echtzeit und ein breiterer methodischer Baukasten, aus dem sich Studiendesigns zusammenstellen lassen.
Für internationale Auftraggeber löst die neue Struktur nebenbei eine wiederkehrende Frage. Wer in einer Zentrale außerhalb Deutschlands über Budgets entscheidet, sucht den Anschluss an eine Gruppe mit belastbaren Prozessen. Diesen Anschluss gibt es jetzt. Die Spezialisierung auf Convenience, Tankstellenshop, LEH und Apotheke bleibt davon unberührt, denn sie ist der Grund für die Transaktion.
Was das für laufende Projekte bedeutet
Laufende Studien laufen weiter, die Ansprechpartner bleiben dieselben, und die Multi-Client-Studien behalten ihren Rhythmus. Wer eine Welle im Apothekenpanel gebucht hat oder einen Markttest im Feld führt, arbeitet mit denselben Projektleitern wie im vergangenen Jahr.
Die Fragen unserer Auftraggeber verändern sich ohnehin langsamer als Gesellschafterstrukturen. Wie viel echten Zusatzabsatz bringt die Zweitplatzierung, und wie viel davon geht als Kannibalisierung wieder ab? Steht im Markt wirklich, was zentral vereinbart wurde? Welche Sichtwahl arbeitet in der Apotheke, und welche steht nur da? Diese Fragen fallen im Jahresgespräch 2025 genauso wie vor zehn Jahren. Die Antworten kommen weiterhin aus dem Feld, aus dem Regal und aus den Scannerdaten.
Ausblick
2025 wird ein Jahr der Zusammenarbeit im Hintergrund und der gewohnten Abläufe im Vordergrund. Die Studienplanung steht, die Erhebungswellen sind terminiert, und die Feldorganisation ist bundesweit im Einsatz. Die Integration in die Gruppe begleitet Reiner Graul persönlich, damit sie dort bleibt, wo sie hingehört: hinter den Kulissen.
Wenn Sie wissen möchten, was der neue Gesellschafterkreis konkret für Ihre Projekte bedeutet, sprechen Sie uns an. Das Team in Bad Homburg nimmt sich die Zeit für dieses Gespräch, am Telefon oder bei Ihnen vor Ort.